Das Exterieur

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Der wichtigste Punkt, den man bei der Auswahl eines Pferdes bedenken muss, besonders, wenn man das Pferd für Wettkämpfe oder für bestimmte Arbeiten vorsieht, ist das Exterieur eines Pferdes, das heißt seine Statur und seine äußere Beschaffenheit.

Es gibt Pferde mit einem verkürzten Rücken, bei denen man keine Handbreit Platz zwischen der letzten Rippe und dem Hüftknochen findet. Dieser Körperbau steht für Stärke und Geschicklichkeit. Hängende Lenden sind das Gegenteil eines verkürzten Rückens, sie weisen auf einen langen, nachgiebigen Rücken und auf unbeholfene Bewegungen hin.

»Gute Tieflage« bezieht sich auf die Sprunggelenke, die tief und in Bodennähe sein sollten: Der untere Teil der Hinterbeine sollte erkennbar kürzer sein als der obere Teil, um eine bessere Hebelkraft zu erreichen, und um die Gefahr einer Sehnenzerrung zu verringern. Die Sprunggelenke sollten mit den vorderen Kastanien auf einer Höhe liegen, wenn man das Pferd von der Seite betrachtet. Analog muss der Vordermittelfuß kürzer sein als der Oberarm.

Hat ein Pferd einen tiefen Rumpf, dann steht Herz und Lungen viel Platz zur Verfügung. Die Länge seiner Beine sollte die Breite des Körpers zwischen Widerrist und Brustbein nicht übersteigen.


Einen Eindruck von einem gut gebauten Pferd bekommen Sie beim Besuch einer hochklassigen Reitveranstaltung. Hier können Sie die absoluten Top-Pferde der einzelnen Klassen beobachten und die Proportionen und besonderen Merkmale der Pferde studieren. Das erfordert etwas Zeit und Übung. Vergleichen Sie einmal die Rangersten mit den Rangletzten!

 

 


Bei einem Pferd mit zu langen Beinen sagt man: »Es lässt zu viel Licht durch.« Ist es dagegen kurzbeinig und kompakt, dann lässt es eben nicht so viel Licht durch - das spricht für das Pferd.

Bei »offenen Ellenbogen« kann man zwischen Ellenbogen und Brustkasten eine Faust stecken - ein Pluspunkt, der auf raumgreifende Bewegungen hinweist. Das Pferd kann also mit den Vorderbeinen weit ausholen und verbraucht somit weniger Energie.

»Viel Boden unter den Füßen« bedeutet, dass das Pferd sicher steht (»ein Bein an jeder Ecke«), im Gegensatz zu eng zusammenstehenden Beinen, die sich unter dem Körper verstecken.

Bei einer »hohen Kruppe« liegt der Widerrist tiefer. Das ist ungünstig, weil der Sattel immer nach vorn rutschen und sich hinter der Schulter »eingraben« wird. Das kann das Pferd stören oder sogar Haut und Muskeln verletzen. Der Reiter hat auf diesem Pferd das unangenehme Gefühl, dauernd bergab zu reiten. Für das normale Reiten sollte die Kruppe mit dem Widerrist auf einer Ebene liegen, eventuell ein wenig tiefer.

»Die Zügellänge« bezieht sich auf den Abstand zwischen dem Pferdemaul und der Hand des Reiters. Bei optimaler Länge ist die Gefahr, bei einem plötzlichen Halt über den Kopf des Pferdes geworfen zu werden, nicht ganz so groß. Die richtige Zügellänge hängt auch davon ab, ob Hals und Schultern in richtiger Proportion zueinander stehen. In diesem Fall hat das Pferd eine gute Vorhand. Ansonsten spricht man von einer schlechten oder kurzen Vorhand.

Die Schulter eines Reitpferdes sollte die »richtige Schräge« haben. Der Winkel zwischen Schulteransatz und Widerrist sollte etwa 40 bis 45 Grad betragen. Dieser Winkel sollte seine Entsprechung in dem Winkel finden, der durch Fesseln und Füße mit dem Boden gebildet wird. Der Winkel vorn Hinterbein zur Fessel (die Fuß-Fessel-Achse) darf etwas größer sein. Zu lange und zu stark gebogene Fesseln können sich als Schwachpunkte erweisen, zu aufrechte Fesseln wiederum sorgen für einen unbequemen Ritt.


 

Ein optimaler Körperbau drückt sich in folgenden Verhältnissen aus.

a = b = d = e und c  = 1/2a